Hamburg ist bekannt für seinen Hafen und den Fischmarkt, den Michel oder den Fußball-Club HSV. Doch die Touristenmetropole hat auch mit massiven Problemen zu kämpfen. Eines davon lauert im Verborgenen: Termiten.
Wie die Gelbfußtermite Reticulitermes flavipes, die eigentlich im Osten der USA lebt, vor 70 bis 80 Jahren nach Hamburg eingewandert ist, weiß man nicht genau. Vermutlich gelangten die ersten der tierischen Einwanderer per Schiff über importiertes Holz in die Stadt. Im unterirdischen Fernheizungssystem überstanden die Wärme liebenden Tiere anschließend erfolgreich die für sie ungemütlichen Wintermonate.
Von da aus breiteten sich die Termiten über Teile des Stadtgebiets aus. Die gerade mal einen Zentimeter langen Tiere bauen keine richtigen Nester, sondern leben in zerstreuten Kolonien in der Erde. Von dort aus steuern sie verschiedene Futterquellen in der Umgebung an. Am liebsten ernähren sich die durchsichtigen Gelbfußtermiten von Holz, Papier und Pappe und befallen deshalb auch die Holzteile von Häusern wie beispielsweise dem Ziviljustizgebäude von Hamburg. Zwar sind nicht wie im texanischen Corpus Christi fast die Hälfte aller Holzbauten in Hamburg mit den Termiten infiziert, die Schäden durch die kleinen Krabbler sind jedoch auch hier nicht unerheblich. An einigen Stellen ist ihnen sogar der Sprung in die „freie Wildbahn“ gelungen und sie haben lebende Bäume befallen.
Dass die Termiten in Hamburg bis heute nicht ausgerottet sind, hat aus Sicht von Wissenschaftlern viele Gründe. Schuld daran ist unter anderem die Immunität der Termiten gegen viele Insektizide. Auch die zumeist lichtscheue Lebensweise der Tiere und die zahlreichen fortpflanzungsfähigen Nachkommen machen es Forschern, Ingenieuren und Bauarbeitern schwer, allen Kolonien auf die Spur zu kommen und diese dann effektiv zu bekämpfen.