Mehr als eine Milliarde US-Dollar haben die USA nach Berechnungen von Experten seit Ende der Atomwaffentests in die mittlerweile eigenständigen Marshall-Inseln investiert. Das Geld ist unter anderem in die Sanierung von verstrahlten Atollen wie Bikini, sowie in Treuhandfonds zur Versorgung der betroffenen Ureinwohner geflossen.

Ergebnis: Bikini kann ohne Gesundheitsgefahren betreten und besichtigt werden, das Meer in der Lagune ist angeblich weitgehend sauber. Sogar ein erstes Tauchtourismusprojekt ist bereits angelaufen. Dazu der Spiegel im Februar 2006: „Der Abstieg führt zu den bei den Tests versenkten Schiffen, umringt von friedlichen Haischwärmen. 2.500 Dollar kostet eine Woche, das Angebot ist immer ausgebucht. Abends schlendern die Gäste durch die blühende Landschaft Bikinis, kaum etwas erinnert an die Atomtests. Wären da nicht die nummerierten Bäume, die Bunker, der fehlende Gesang in den Bäumen.“ Die Verpflegung für die Urlauber wird aber komplett eingeflogen. Denn noch immer ist alles, was an Früchten auf dem Atoll wächst und gedeiht, in erheblichem Maße radioaktiv verseucht.
Viel Arbeit nötig
Es sind also noch viel Arbeit und viele Dollars nötig, um das Bikini-Atoll wieder „fit“ für eine Besiedlung zu machen. Vorschläge, was man tun könnte gibt es reichlich. So haben Forscher vom Lawrence Livermore National Laboratory (LLNL) in den USA verschiedene Ideen entwickelt, um die Strahlenbelastung für mögliche Neu- oder Wiedereinwanderer auf Bikini drastisch zu reduzieren. Am meisten Sorgen machen ihnen die Radionuklide Cäsium-137, das im Moment vor allem in pflanzlichen Produkten wie Kokosnüssen oder Brotfrüchten in hoher Konzentration vorkommt, sowie das Strontium-90 im Trinkwasser.
Der Kampf gegen Cäsium-137
Um beispielsweise die Aufnahme von Cäsium-137 aus dem verseuchten Boden in Pflanzen weitgehend zu unterbinden, schlagen die Wissenschaftler eine großflächige Kalidüngung in den landwirtschaftlich nutzbaren Gebieten vor. Die im Dünger enthaltenen Kaliumsalze verdrängen nicht nur das Cäsium-137 weitgehend vom „Speiseplan“ der Bäume und Stauden, sie verbessern auch deren Wachstum und die resultierende Ernte. Experimente des LLNL auf Bikini haben gezeigt, dass eine einmalige Behandlung mit 2.000 Kilogramm Kaliumdünger pro Hektar die Aufnahme von Cäsium-137 in das Kokosfleisch um 90 Prozent senken kann.