Überraschend komplex: Die Plasmablase des Sonnensystems ist anders geformt als bisher gedacht. Demnach ist die Heliosphäre nicht kometenförmig ausgezogen, sondern eher rund und gleicht in manchen Aspekten sogar einem gebogenen Croissant, wie Forscher im Fachmagazin „Nature Astronomy“ berichten. Dies erklärt auch die zunächst überraschenden Messdaten der Raumsonden Cassini und Voyager.

Die Heliosphäre umfasst ein Gebiet, das von der Sonne aus etwa doppelt so weit ins All hinausreicht wie die Umlaufbahn des Pluto. Diese vom solaren Magnetfeld und dem Sonnenwind gebildeten Blase schirmt uns vor energiereichen, interstellaren Teilchenströmen ab. Lange gingen Astronomen davon aus, dass diese Heliosphäre nach hinten zu einem langen Plasmaschweif ausgezogen ist – ähnlich wie das irdische Magnetfeld auf der sonnenabgewandten Seite oder der Schweif eines Kometen.
Widersprüchliche Beobachtungen
Doch Daten der NASA-Sonde Cassini brachten vor einigen Jahren dieses Bild ins Wanken. Sie zeigten, dass schnelle, neutrale Atome, die von der Außengrenze der Heliosphäre zurückgeworfen werden, aus allen Richtungen gleich lang unterwegs sind. Dies spricht gegen eine kometenförmige und für eine eher runde Form der Heliosphäre. Gestützt wird dies von Daten der beiden Voyager-Sonden, die die Grenze zum interstellaren Raum in fast dem gleichen Sonnenabstand erreichten – obwohl ihre Flugbahnen um fast 90 Grad auseinanderliegen.
Das Merkwürdige nur: Diese Beobachtungen passen nicht zu neueren astrophysikalischen Modellen. Denn nach diesen dürfte die Heliosphäre weder kometenförmig noch rund sein. Stattdessen müsste sie eher wie eine Sichel oder ein Croissant geformt sein – mit zwei seitlich nach hinten wegziehenden Plasmaschweifen.