Astronomen nutzen die vereinte Leistung von Computern weltweit, um ein hochaufgelöstes dreidimensionales Modell der Milchstraße zu erstellen. Nach dem Vorbild des berühmten SETI@Home-Projekts nutzt auch das Projekt MilkyWay@Home freie Ressourcen auf Rechnern von Privatpersonen, um die gewaltigen Datenmengen der astronomischen Berechnungen zu verarbeiten. Jetzt hat die kombinierte Computerkapazität bereits die des zweitschnellsten Supercomputers der Erde übertroffen.
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In diesem Moment arbeiten Zehntausende von Computern weltweit gemeinsam daran, ein hochauflösendes dreidimensionales Modell der Milchstraße zu erstellen und damit die Basis zu schaffen, um die vielen noch offenen Fragen zu unserer Galaxie zu beantworten. Das Projekt wird initiiert und organisiert von Wissenschaftlern des Rensselaer Polytechnic Institute, die im Jahr 2006 begannen, die Struktur der „Berkeley Open Infrastructure for Network Computing“ (BOINC) Plattform für das Prinzip des verteilten Rechnens zu nutzen. Jeder, der sich beteiligen will, lädt sich die entsprechende Software und kann dieser einen bestimmten Prozentsatz der Rechenleistung seines Computers zur Verfügung stellen.
Spezieller Algorithmus berücksichtigt Computerunterschiede
Entstanden ist die Initiative aus der sprichwörtlichen Not heraus: „Ich saß als Forscherin in meinem Büro und hatte ein umfangreiches Rechenproblem zu lösen aber nur sehr wenige Rechnerleistung zur Verfügung”, erzählt Heidi Newberg, Professor für Physik, und Astronomie am Rensselaer Institut über die Anfänge von MilkyWay@Home. Gemeinsam mit dem Computerwissenschaftler Malik Magdon-Ismail entwickelte die Wissenschaftlerin einen neuen Algorithmus, der sowohl die unterschiedlichen Leistungsfähigkeiten und Systemvoraussetzungen der verteilten PCs berücksichtigt.