Jede Stunde, die ein Kleinkind vor dem Fernseher verbringt, zieht psychische und kognitive Beeinträchtigungen im Schulalter nach sich. Das zeigt jetzt eine kanadische Studie an mehr als 1.000 Kindern. Kinder mit erhöhtem TV-Konsum im Alter von zwei bis vier Jahren zeigten schlechtere Schulleistungen, waren passiver und neigten zu ungesunderem Lebensstil.
Mit Sendungen wie den „Teletubbies“ oder dem Kinderkanal zielen die Fernsehsender immer häufiger auf eine sehr junge Zielgruppe, Kinder im Kindergarten und Kleinkindalter. Doch genau für diese Altersgruppe hat sich das Fernsehen nun als langfristig schädlich entpuppt, wie eine Studie kanadischer Forscher zeigt. Ziel der Studie war es, den Einfluss des Fernsehkonsums im Alter von zwei Jahren auf die zukünftigen akademischen Leistungen, die Lebensstilwahl und das allgemeine Wohlbefinden zu ermitteln.
Die Wissenschaftler der Universität von Montreal werteten dafür Daten von 1.314 Kindern aus, die im Rahmen der „Quebec Longitudinal Study of Child Development Main Exposure“ über mehrere Jahre hinweg befragt, untersucht und beobachtet worden waren. Unter anderem wurden die Eltern gefragt, wie viel Fernsehen ihre Kinder im Alter von 29 Monaten und 52 Monaten gesehen hatten. Lehrer und Ärzte beurteilten die schulischen Leistungen, sowie den psychosozialen und gesundheitlichen Status der Kinder im Alter von zehn Jahren.
Überraschend eindeutige negative Folgen im Schulalter
Das Ergebnis war ebenso überraschend wie erschreckend: „Wir haben festgestellt, dass jede zusätzliche Stunde des Fernsehkonsums bei Kleinkindern mit einer Verschlechterung des späteren Engagements in der Schule und der Mathematikleistungen einhergeht“, erklärt Linda S. Pagani, Professorin für Psychologie an der Universität von Montreal. „Sie sind später häufiger Opfer von Mobbing in der Schule, haben einen inaktiveren Lebensstil, essen mehr Junkfood und haben dadurch auch einen höheren Body Mass Index.“