Der Ursprung von Asteroiden, die zwar getrennt und unabhängig voneinander, aber auf dem gleichen Orbit die Sonne umkreisen, war bisher ungeklärt. Jetzt hat ein internationales Astronomenteam das Entstehungsrätsel dieser Asteroidenpaare gelöst. Ihre jetzt in „Nature“ veröffentlichte Studie zeigt, dass diese Paare aus der Spaltung eines gemeinsamen Ursprungsbrockens hervorgingen. Überraschenderweise spielt das Sonnenlicht dafür eine wichtige Rolle.
Die meisten Asteroiden des Sonnensystems konzentrieren sich im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter. Hier tummeln sich geschätzt mindestens eine Millionen Gesteinsbrocken allein in der Größe von einem Kilometer und mehr. Von diesen sind viele vermutlich keine massiven Boliden, sondern Ansammlungen von nur lose durch die Schwerkraft zusammengehaltenen kleineren Brocken. Dass diese „Kombi-Asteroiden“ zudem weitaus veränderlicher sind als gedacht, hat jetzt ein internationales Astronomenteam enthüllt.
Die Forscher untersuchten für ihre Studie 35 so genannte Asteroidenpaare: Asteroiden, die voneinander unabhängig und einzeln, aber im gleichen Orbit die Sonne umkreisen und sich im Laufe der letzten Millionen Jahre mindestens einmal bis auf wenige Kilometer und mit kaum unterschiedlicher Geschwindigkeit nahegekommen sind. Entdeckt wurde das Phänomen dieser getrennten Paare erstmals im Jahr 2008 durch den tschechischen Astronom David Vokrouhlicky. Wie sie aber entstanden sein könnten, war bisher unklar.
Asteroidenpaare mit rätselhaftem Ursprung
Petr Pravec vom Astronomischen Institut Tschechiens vermutete einen gemeinsamen Ursprung beider Asteroidenpartner, beispielsweise durch Spaltung eines größeren Ursprungsbrockens. Um dies zu erforschen, bat er Kollegen weltweit um Mithilfe und ermittelte gemeinsam mit ihnen für 35 solcher Asteroidenpaare zwei Charakteristiken: Die relative Helligkeit jedes Asteroiden, da diese wertvolle Rückschlüsse auf dessen Größe zulässt, sowie die jeweiligen Rotationsraten der Gesteinsbrocken.