In der Materiescheibe um den extrem jungen Stern „T Chamaeleontis“ verbirgt sich ein noch unbekanntes Objekt. Ein internationales Astronomenteam entdeckte den Begleiter, weil er eine große Lücke in die Staubscheibe gerissen hat. Diesen erstmaligen Fund eines solchen Begleiters beschreiben die Forscher jetzt in gleich zwei Artikeln in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“. Ob es sich bei dem rätselhaften Begleiter um einen Planeten oder um einen Braunen Zwerg handelt, muss noch geklärt werden.
Planeten bilden sich in den aus der Sternenentstehung übrig gebliebenen Staubscheiben um junge Sterne. Die Entwicklung einer solchen Scheibe zu einem ausgewachsenen Planetensystem geht vergleichsweise schnell vonstatten, so dass man nur sehr wenige Objekte aus der frühen Entwicklungsphase kennt. Bis jetzt hat man in solchen „protoplanetaren Scheiben” um jungen Sterne keine gerade in Entstehung befindlichen Planeten beobachten können. In weiter entwickelten Scheiben war dies dagegen bereits gelungen.
Baby-Stern mit protoplanetarer Staubscheibe
Eines davon ist T Chamaeleontis, abgekürzt T Cha, ein lichtschwacher Stern in dem kleinen Sternbild Chamaeleon am Südhimmel, 330 Lichtjahre von der Erde entfernt. T Cha ist ein sonnenähnlicher Stern, der gerade erst am Anfang seines Lebens steht: Der nur rund sieben Millionen Jahre alte T Cha ist ein so genannter T Tauri-Stern: ein sehr junger, nach dem Prototypen T Tauri benannter Stern, der dabei ist, zu kontrahieren, in dessen Kernbereich aber noch keine Kernfusion gezündet hat.
„Frühere Studien zeigen, dass T Cha ein lohnendes Ziel sein könnte, wenn man untersuchen will, wie Planetensysteme entstehen”, erklärt Johan Olofsson vom Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg. „Allerdings ist T Cha relativ weit von uns entfernt. Daher brauchten wir leistungsstarke Instrumente wie das Very Large Telescope Interferometer (VLTI), um die Details auflösen und nachweisen zu können, was in der Staubscheibe vor sich geht.” Die Astronomen beobachteten T Cha zuerst mit dem Instrument AMBER am VLT Interferometer (VLTI). AMBER arbeitet im nahen Infrarot und kombiniert das Licht von allen vier VLT-Hauptteleskopen zu einem virtuellen Teleskop mit 130 Metern Durchmesser.