Egal wie groß, welche Sorte oder wo: Vor einem Ausbruch beben alle Vulkane mit der gleichen Frequenz. Diesen mysteriösen Gleichtakt haben Forscher jetzt in „Nature“ erstmals enträtselt. Mit Hilfe eines Modell entdeckten sie, dass die Interaktion des aufsteigenden Magmas mit den umgebenden Gasen Schwingungen auslöst, die die Erschütterungen erzeugen. Diese Erkenntnis könnte auch die Überwachung und Frühwarnung von Ausbrüchen verbessern.
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Der Ausbruch eines explosiven Vulkans gehört zu den zerstörerischsten Phänomenen der Natur, Lava, Aschen und Gase werden teilweise kilometerhoch geschleudert. Doch gerade diese Eruptionen kündigen sich an: Kurz vor einem Ausbruch beginnen sie leicht, aber mit Seismometern messbar zu Beben. Je näher die Eruption rückt, desto stärker wird dieser Tremor. Er gilt daher als eines der wichtigsten von Vulkanologen beobachteten Warnzeichen. Doch diese Erschütterungen geben den Wissenschaftlern auch große Rätsel auf:
Vorbeben seltsamerweise bei fast allen Vulkanen gleich
„Dieser Tremor ist sehr mysteriös, vor allem, weil er bei nahezu jedem explosiven Vulkan in der gleichen Frequenz auftritt – egal ob in Alaska, Neuseeland, der Karibik oder Mittelamerika“, erklärt David Bercovici, Geowissenschaftler der Universität Yale. „Das dieses Zittern so universell ist, ist sehr seltsam, weil die Vulkane so unterschiedlich in Größe und Charakter sind. Das ist so, als würde man in fünf ganz verschiedene Blasinstrumente pusten und sie alle klingen genau gleich.“