Dass das menschliche Gehirn ohne aktives Training visuelle Wahrnehmung und Aufmerksamkeit verbessern kann, haben jetzt Bochumer und Dortmunder Neurowissenschaftler in einer neuen Studie herausgefunden. In der Fachzeitschrift „Current Biology“ berichten sie, dass die Leistung des menschlichen Sehsinns nachhaltig verändert werden kann, indem man Testpersonen lediglich für kurze Zeit wiederholt bestimmte visuelle Reize präsentiert.
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Die Frequenz der Reizdarbietung legt dabei fest, ob sich Wahrnehmung und Aufmerksamkeit verbessern oder verschlechtern. Was bisher nur aus Tierstudien bekannt war, belegen die Neurowissenschaftler somit erstmals auch für Menschen.
„Die Ergebnisse eröffnen neue Perspektiven in der Intervention und Therapie von visuellen Wahrnehmungsstörungen, da die ausgelösten Veränderungen dauerhaft und einfach herbeizuführen sind“, so Christian Beste von der Ruhr-Universität Bochum (RUB), der zusammen mit Bochumer Kollegen und Wissenschaftlern des Leibniz-Instituts für Arbeitsforschung der Technischen Universität (TU) Dortmund an der neuen Studie beteiligt war.