Freiburger Forschern ist es gelungen, die Kommandos des Gehirns für unterschiedliche Greifbewegungen zu entschlüsseln. Die neuen Ergebnisse könnten zur Entwicklung eines Gerätes beitragen, das direkt aus dem Gehirn Befehle empfängt, berichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift „NeuroImage“. Mit dieser Neuroprothese wären Gelähmte in der Lage, einen Roboterarm oder auch die eigenen Gliedmaßen zu steuern.
Der Griff zur Kaffeetasse ist für die meisten alltäglich, für Menschen mit schwersten Lähmungen jedoch unmöglich – aber nicht undenkbar. In Zukunft könnten Schnittstellen zwischen Gehirn und Computer solche Gedanken registrieren und in Bewegungsbefehle umwandeln. Ein großes Problem bei Armbewegungen war bislang ungelöst: Im Alltag ist es wichtig, Dinge unterschiedlich zu ergreifen – nach einer Feder greifen Menschen zum Beispiel anders als nach einem Ziegelstein.
Forscher erlauschen Kommandos des Gehirns
Die Neurobiologen um Tobias Pistohl vom Bernstein Center der Freiburger Universität und des Klinikums haben es in ihrer neuen Studie nun erstmals geschafft in der Aktivität des Gehirns die Kommandos für einen „feinen“ und einen „groben“ Griff zu unterscheiden.
Pistohl und seine Kollegen vertrauen auf Signale, die auf der Oberfläche des Gehirns gemessen werden. Der große Vorteil: Es müssen keine Elektroden direkt in das empfindliche Organ eingepflanzt werden. Gleichzeitig sind die Signale viel präziser als solche, die man auf der Kopfhaut misst.