In einer bedrohlichen Situation wird das Gehirn innerhalb von Sekunden in einen Zustand der Bereitschaft versetzt, um eine optimale Reaktion zu ermöglichen. Während einige Hirnregionen vorübergehend inaktiver sind, sind andere eher aktiver und sie bilden ein temporäres Netzwerk. Dies berichten Wissenschaftler jetzt in der Fachzeitschrift „Science“. Noradrenalin ist die treibende Kraft hinter dieser raschen Reorganisation von Hirnfunktionen.
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Unmittelbar nachdem man etwas Bedrohliches wahrnimmt kommt es zu einer umfassenden Gehirnreorganisation die eine angemessene Reaktion ermöglicht, die das Überleben in gefährlichen Situationen wahrscheinlicher macht. Nie zuvor haben Forscher diese Reorganisation genau kartiert.
„Wenn wir bedroht werden spüren wir Angst, unsere Wahrnehmung wird auf die Gefahr fokussierter, unser Gedächtnis besser, aber unser Denkvermögen wird vorübergehend eingeschränkt. All das passiert sehr schnell, so dass wir unmittelbar und adäquat reagieren können“, sagt Erno Hermans, der Erstautor der neuen Studie. Das Forscherteam unter der Leitung von Guillén Fernández arbeitet am renommierten Donders Institut für Gehirn-, Kognitions- und Verhaltensforschung an der Radboud Universität Nimwegen in den Niederlanden.