Kurzzeitiges Fasten vor einer Chemotherapie lässt Krebstumore schrumpfen und verringert Metastasen. Das hat ein internationales Forscherteam in Versuchen mit Mäusen festgestellt. Bei Mäusen, die jeweils zwei bis drei Tage vor einer Chemotherapiegabe nichts zu fressen erhielten, habe die Chemotherapie deutlich besser gewirkt als bei normal ernährten Tieren: Es wurden mehr Mäuse geheilt, bei anderen waren die Krebstumore nach mehreren Zyklen um mehr als die Hälfte geschrumpft. Fasten und Chemotherapie zusammen hätten Metastasen zudem um 40 Prozent stärker reduziert als die Chemotherapie allein, berichten die Forscher in Fachmagazin „Science Translational Medicine“.
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„Die Kombination von Fasten mit Chemotherapie war ohne Ausnahme viel effektiver als die Chemotherapie allein“, sagt Studienleiter Valter Longo von der University of Southern California in Los Angeles. Das habe sich in Versuchen mit verschiedensten Krebsarten gezeigt, darunter menschlichem Brustkrebs, Eierstockkrebs und Gehirntumoren. Fünf der acht getesteten Krebsarten hätten sogar auf das Fasten alleine reagiert.
Sollte sich dieser Effekt des Fastens auch in klinischen Studien beim Menschen bestätigen, könne dies die Standardtherapien gegen Krebs deutlich verbessern, meinen die Forscher. In ersten Vorstudien hatte sich bereits gezeigt, dass Krebspatienten, die zwei Tage vor und einen Tag nach einer Chemotherapiegabe gefastet hatten, die Chemotherapie deutlich besser vertrugen und nur wenig an Gewicht verloren.