Ziemlich raffiniert: Wenn es bei Ei- oder Spermienzellen Probleme mit DNA-Schäden gibt, schieben sie eine Reparaturpause ein. Aber nicht nur das: Die Zellen sagen auch dem Immunsystem Bescheid, damit es den Rest des Körpers umso fitter hält. Denn dann kann die durch die Reparaturpause verlorene Reproduktionszeit einfach hinten rangehängt werden. Diese Zusammenarbeit von Keimzellen und Immunsystem war bisher nicht bekannt, wie Körner Forscher im Fachmagazin „Nature“ berichten.
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Die Zellen der Keimbahn – Ei- und Spermienzellen – transferieren die genetische Information von Generation zu Generation. Umso wichtiger für die Erhaltung einer biologischen Art ist es, dass das Erbgut dieser Keimzellen gesund und vollständig bleibt. Während die Keimzellen sich unendlich über zig Generationen hinweg fortsetzen können, kommt dem vergänglichen Körper die Aufgabe zu, die Weitergabe des genetischen Materials durch die Keimbahn, also die Reproduktion, sicherzustellen. Wie aber reagiert der Körper wenn das Genom der Keimzellen beschädigt ist und somit die Reproduktion verhindert wird?
Pause in der Keimbahn, Hochsaison fürs Immunsystem
Der Biologe Björn Schumacher von der Universität Köln und seine Kollegen haben genau das nun genauer untersucht – und sind dabei prompt auf ein neuartiges Zusammenwirken der Keimzellen mit dem Körper gestoßen Dazu nutzte das Forscherteam den Fadenwurm Caenorhabditis elegans, der seit Jahrzehnten weltweit als einfaches Modellsystem verwendet wird, um biologische Prozesse mit direktem Bezug zu menschlichen Erkrankungen zu untersuchen.