Eine neue Waffe gegen lästige Stechmücken: Forscher haben natürliche Substanzen entdeckt, die den Geruchssinn der Blutsauger blockieren. Die Mücken können uns Menschen damit dann im wahrsten Sinne des Wortes nicht mehr riechen. Dieser Fund eröffnet neue Möglichkeiten für Mückenabwehrmittel, die bisher gebräuchlichen setzen eher auf Abschreckung durch unangenehme Gerüche als auf Tarnung.
Die gefährlichsten Tiere der Welt sind nicht etwa Giftschlangen, Haie oder Löwen, es sind eindeutig die Stechmücken: Sie übertragen Infektionskrankheiten wie die Malaria und sind auf diese Weise für den Tod von etwa einer Million Menschen jährlich verantwortlich. Darüber hinaus sind sie natürlich lästige Plagegeister, die Menschen weltweit um den Schlaf bringen oder romantische Sommerabende vermiesen. Bewährte Mittel gegen die summenden Blutsauger sind bisher die sogenannten Repellents – Geruchsstoffe, die Mücken abschrecken. Doch viele Menschen mögen den Geruch dieser Fernhaltemittel nicht und sprühen oder cremen sich daher sehr ungern mit entsprechenden Produkten ein. Zudem wirken diese Mittel nicht immer zuverlässig.
Zufallsfund bei Lockstoff-Tests
Ulrich Bernier vom US- Department of Agriculture und seine Kollegen könnten nun eine Alternative entdeckt haben – quasi durch Zufall. Denn eigentlich untersuchen sie bereits seit den 1990er Jahren die Komponenten des Körpergeruchs, die auf Mücken anziehend wirken. „Der Duft einer Person entsteht aus hunderten Verbindungen, die im Schweiß stecken, aber auch von Bakterien auf der Haut erzeugt werden“, erklärt Bernier. Um herauszufinden, welche dieser Verbindungen als Lockstoffe auf die Tiere wirken, führten die Forscher Experimente mit Gelbfiebermücken (Aedes aegypti) durch.
Die Mücken saßen dabei in einem Käfig, der auf einer Seite eine Netzwand besaß. Vor dem Netz versprühten die Wissenschaftler jeweils einen Bestandteil des natürlichen Körpergeruchs des Menschen. Handelte es sich um einen Lockstoff, wie beispielsweise Milchsäure, fanden sich fast alle Mücken des Käfigs auf dem Netz ein und suchten hungrig nach einem Weg auf die andere Seite, von der der leckere Geruch herkam. Auf einige andere Bestandteile der Haut-Ausdünstungen reagierten die Insekten jedoch gar nicht.