Fußbälle, Ketten und Raupen – bestimmte Makromoleküle bilden Nanopartikel, die sich wiederum selbstständig zu vorbestimmten Strukturen zusammenfügen. Ein deutsches Wissenschaftlerteam hat nun im Magazin „Nature“ einen Prozess beschrieben, in dem sich solche Strukturen gezielt bilden und untersuchen lassen. Durch zahlreiche Kombinationsmöglichkeiten sollen die Winzlinge neue Technologien ermöglichen.
Löst sich Seife in Wasser auf, so sammeln sich die Seifenmoleküle in kugelförmigen Tröpfchen, so genannten Mizellen. Sie entstehen aufgrund der unterschiedlichen Löslichkeit der Molekülenden: Das eine Ende ist wasserlöslich und weist nach außen in Richtung Wasser. Das andere Ende ist fettlöslich und somit wasserabweisend. Diese Enden der Moleküle ballen sich im inneren der Mizelle zusammen. Solche Mizellen sind eins der einfachsten Beispiele, wie sich Moleküle von selbst zu übergeordneten Strukturen zusammenfinden. Diesen Prozess bezeichnet man als Selbst-Aggregation.
Die Nanotechnologie versucht dieses aufbauende Prinzip von kleinen Bausteinen zu zusammenhängenden Strukturen zu kopieren, indem sie die Fähigkeit von Nanopartikeln zur selbständigen Strukturbildung nutzt. Die Erkenntnisse eines Teams von Forschern verschiedener deutscher Universitäten sollen nun helfen, diese Prozesse besser zu verstehen. Die Wissenschaftler untersuchten, wie sich die Struktur einzelner Bausteine auf die bei der Selbst-Aggregation entstehende Form auswirkt.
Von Makromolekülen zu Nanopartikeln
Ausgangspunkt für das nun veröffentlichte Prinzip der Selbst-Aggregation sind so genannte Triblock-Terpolymere, kettenartige Makromoleküle mit einer Größe zwischen 10 und 20 Nanometern. Diese Bausteine bestehen aus jeweils drei linearen „Blöcken“, die kettenartig miteinander verbunden sind. Die Forschungsgruppe konnte solche dreiteiligen Makromoleküle nun dazu veranlassen, sich zu Nanopartikeln mit einem Durchmesser von rund 50 Nanometern zusammenzuschließen.