In Utah haben Paläontologen den bisher ältesten engen Verwandten des furchterregenden Tyrannosaurus rex entdeckt. Das 80 Millionen Jahre alte Fossil belegt, dass diese Raubdinosaurier sich früher entwickelten als bisher gedacht. Der neu entdeckte Dinosaurier besitzt zudem schon erstaunlich moderne Merkmale: eine schmale Schnauze und zwei parallele, nach vorne gerichtete Augen, mit denen er seine Beute gut räumlich erfassen konnte.
Der Tyrannosaurus rex war einer der größten Raubsaurier der späten Kreidezeit. Kleinere Vorformen dieses Dinosauriers existierten zwar schon deutlich früher, aber die Tyrannosauriden, die engsten Verwandten des T.rex entstanden nach bisheriger Lehrmeinung erst vor etwa 70 Millionen Jahren. Zu ihnen gehörten neben T. rex auch der bis zu 14 Meter lange Tarbosaurus und der nur wenig kleinere Gorgosaurus. Ein neuer Fund im Grand Staircase-Escalante National Monument in Utah wirft nun jedoch ein neues Licht auf die Evolution der Tyrannosauriden.
Parallele Augen sorgten für gute 3D-Sicht
Paläontologen um Mark Loewen vom Natural History Museum of Utah haben dort das Skelett eines acht Meter langen und 2,5 Tonnen schweren Dinosauriers ausgegraben, der aufgrund seiner Merkmale eindeutig zu den Tyrannosauriden gehören muss. Der Lynthronax argestes getaufte Dino besitzt nicht nur die typische Statur eines Tyrannosauriden mit kräftigen Hinterbeinen und kleinen Ärmchen, er hat auch bereits die nach vorne gerichteten Augen und den vorne schmalen, hinten breiter werdenden Schädel seiner späteren Verwandten.
„Die Breite seines Hinterschädels und die Augenposition verlieh dem Lynthronax ein überlappendes Gesichtsfeld beider Augen – für einen Prädator eine sehr günstige Eigenschaft“, erklärt Loewen. Denn dies ermöglichte dem Raubdinosaurier das räumliche Sehen und half ihm so, seine Beute zielgenau zu erjagen. Damit hatte der Lynthronax als frühester bekannter Vertreter der Tyrannosauriden diese Fähigkeit rund zehn Millionen Jahre früher entwickelt als bisher angenommen.