Von der Kompassnadel bis zum Kernspintomographen: Magnetismus ist ein faszinierendes Phänomen. Jeder Magnet hat zwei untrennbare Enden, einen Nord- und einen Südpol – eigentlich. Doch finnische und amerikanische Forscher haben nun im Labor einen einzelnen magnetischen Pol erzeugt, wie sie im Fachjournal „Nature“ berichten. Ein solcher Monopol soll zwar theoretisch existieren, gefunden wurde er aber bisher nie. Seine Entdeckung könnte daher so bedeutend sein wie die Entdeckung des Elektrons vor 120 Jahren.
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Wer einmal mit Magneten experimentiert hat, weiß: Es gibt immer zwei Pole. Nord- und Südpol ziehen sich an, Pole gleicher Art stoßen sich ab. Eine Kompassnadel richtet sich daher im Magnetfeld der Erde entlang der magnetischen Feldlinien aus. Und wenn man einen Stabmagneten in der Mitte zwischen den Polen teilt? Man erhält nicht zwei getrennte Pole, sondern lediglich zwei Magneten mit je zwei Polen, wiederum einer an jedem Ende. Bis hinunter auf atomare Ebene lassen sich die zwei Pole so nicht voneinander trennen.
Suche nach dem Monopol
Die Existenz eines einzelnen magnetischen Pols, eines sogenannten Monopols, getrennt von jeglichem Gegenpol, ist ein vieldiskutierter Gegenstand der Physik. Bereits vor fast 85 Jahren sagte der Quantenphysiker Paul Dirac voraus, dass ein magnetischer Monopol in Form einer Art Elementarteilchen existieren kann. Ein solches Teilchen ähnelt einem Elektron – statt elektrischer Elementarladung trägt es jedoch eine magnetische Ladung.