Dumm durch Schlafmangel? Tatsächlich könnte eine längere Zeit mit zu wenig Schlaf irreversible Schäden im Gehirn verursachen, wie ein Experiment mit Mäusen andeutet. Bei diesen starben Gehirnzellen in einem für Aufmerksamkeit und geistige Leistungen wichtigen Hirnareal, wenn sie unter anhaltendem Schlafmangel litten. Jetzt wollen die Forscher prüfen, ob dieser Effekt auch beim Menschen auftritt – beispielsweise bei Schichtarbeitern.
Schlafmangel ist heute fast schon alltäglich, ob durch eine Party, Lernen bis in die Nacht oder zu viel Arbeit. Kommt dies nur ab und vor, lässt sich der Schlaf nachholen und Körper und Geist erholen sich wieder. Wenn der Schlafmangel jedoch chronisch wird, beispielsweise durch Schichtarbeit oder Schlafstörungen, kann er krank machen. So leiden Schichtarbeiter häufiger an Diabetes, Bluthochdruck, aber auch einigen Krebsarten, wie Studien zeigen.
Erst vor wenigen Monaten belegten US-Forscher zudem eindrücklich, wie wichtig geregelter Schlaf auch für unser Gehirn ist: Während wir ruhen, nutzt unser Denkorgan die Zeit für die Müllentsorgung. Es schwemmt während der Nacht molekulare Abfallstoffe aus. Was aber passiert, wenn dem Gehirn diese wichtige Pause fehlt?
Schäden an Gehirnzellen?
„Wir haben immer angenommen, dass sich unsere geistige Leistungsfähigkeit nach lang- und kurzfristigem Schlafmangel wieder vollkommen erholte“, erklären Sigrid Veasey von der University of Pennsylvania in Philadelphia und ihre Kollegen. Aber einige Versuche zeigten, dass bei einigen Menschen selbst nach drei Tagen ausreichend Schlaf Defizite in der Aufmerksamkeitsspanne und der Konzentration zurückblieben. Das weckte den Verdacht, dass möglicherweise sogar dauerhafte Schäden an den Hirnzellen zurück bleiben könnten.