Von wegen teurer Elfenbeinturm: Grundlagenforschung in Universitäten und anderen Einrichtungen bringt nicht nur neue Erkenntnisse, sie hat auch direkte positive Effekte auf die Wirtschaft. Und dies sofort, nicht erst irgendwann in ferner Zukunft, wie Forscher jetzt vorrechnen. Forschung schafft demnach Arbeitsplätze, fördert aber auch direkt lokale und nationale Unternehmen, so die Forscher in „Science“.
Wenn die Wirtschaft schwächelt und das Geld knapp wird, dann wird zuerst da gespart, wo es vermeintlich kaum weh tut. In Deutschland sind es meist die länderfinanzierten Universitäten, die sich heute steigenden Ausgaben und sinkender staatlicher Förderung gegenüberstehen. In den USA treffen die Budgetkürzungen immer wieder auch die Großen – die NASA, das USGS und andere renommierte Organisationen. Häufig steckt dahinter die Vorstellung, dass Grundlagenforschung eine Art Luxus ist: Etwas, das in vielen Jahren – vielleicht – Früchte trägt, aber kurzfristig nur Kosten verursacht.
Wie produktiv ist die Wissenschaft?
Bruce Weinberg, Wirtschaftswissenschaftler von der Ohio State University in Columbus und Mitglied am Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit (IZA) in Bonn räumt nun mit diesem Vorurteil auf. Gemeinsam mit seinen Kollegen hat er untersucht, welchen unmittelbaren Einfluss Universitäten auf die Wirtschaft ausüben. „Diese Studie ist der erste Ansatz, den Nutzen staatlicher Investitionen in die Forschung zu beziffern“, erklärt Weinberg. Die Produktivität der Wissenschaft sei zwar komplex, aber sie lasse sich zumindest in Teilen durchaus ermitteln.
Für ihre Studie werteten die Forscher Daten von neun staatlichen US-amerikanischen Universitäten aus. Diese erhielten im Jahr 2012 zusammen sieben Milliarden US-Dollar an Förderung für Forschung und Lehre, gut die Hälfte davon staatliche Gelder. Aus den Daten ging zudem hervor, wie viele Arbeitsplätze die Universitäten bereitstellten und auch welche Ausgaben für Geräte, Material und Zubehör sie in diesem Jahr hatten. So benötigen Forscher für ihre Arbeit alles Mögliche – von Reagenzgläsern bis zu Teleskopen und Computern, von Chemikalien bis zu Mäusen. Und dies muss irgendwo produziert und verkauft werden.