Vielversprechender Kandidat für einen Quantenspeicher: Physikern aus Deutschland ist es erstmals gelungen, die Position einzelner Ionen Seltener Erden in einem Kristall genau zu bestimmen. Dadurch können sie auch die Quantenzustände der Teilchen vermessen und manipulieren. Weil die untersuchten Ionen sich zum Speichern und Verarbeiten von Quanteninformationen eignen, können sie dadurch einen wichtigen Beitrag für künftige Quantencomputer leisten, schreiben die Wissenschaftler im Magazin „Nature Communications“.
Quantencomputer sollen in nicht allzu ferner Zukunft Informationen um ein Vielfaches schneller verarbeiten, als unsere heutigen Computer es können. Allerdings fehlt es bis jetzt noch an Bauteilen, die diese Funktionen zuverlässig erfüllen. Weltweit arbeiten darum zahlreiche Wissenschaftler an solchen Bausteinen für künftige Quantencomputer. Zu den zentralen Elementen dieser Superrechner gehören Quantensysteme mit atomähnlichen optischen Eigenschaften: Sie nutzen Licht, um Informationen nicht nur zu übermitteln, sondern auch zu verarbeiten.
Quantenpunkte oder sogenannte lichterzeugende Defekte in Diamanten stehen darum im Mittelpunkt des Interesses vieler Forscher. Allerdings sind ihre Eigenschaften nicht optimal für den Einsatz in Quantencomputern: „Manche der Lichtquellen verlieren ihre Leuchtkraft oder flackern auf unkontrollierte Weise“, erklärt Vahid Sandoghdar vom Max-Planck-Institut für die Physik des Lichts (MPL) in Erlangen. „Andere werden stark von der Umgebung gestört, in die sie eingebettet sind.“
Trick macht schwaches Leuchten sichtbar
Um diese Nachteile zu überwinden, setzt das Team um Sandoghdar daher auf andere Materialien: Schon lange war bekannt, dass die Ionen Seltener Erden wie Neodym oder Erbium nicht unter solchen Problemen leiden. Darum spielen sie heute zum Beispiel in Lasern und Laserverstärkern eine zentrale Rolle. Allerdings geben sie nur wenig Licht ab, das schwache Leuchten eines einzelnen solchen Teilchens ist daher nur sehr schwer messbar.