Wechselnde Rhythmen statt stampfender Beats: Typisch westliche Musik verschreckt Schimpansen, für abwechslungsreiche afrikanische und indische Rhythmen haben sie jedoch eine Vorliebe. US-Forscher haben herausgefunden, dass die Affen solche Musik sogar lieber hören, als im Stillen zu hocken. Ein Sinn für Musik könnte damit ein weiteres Merkmal sein, dass Menschen und Primaten miteinander verbindet, schreiben die Wissenschaftler.
Musik ist etwas, das alle Menschen verbindet, auch wenn jede Kultur ihre eigenen unterschiedlichen Melodien und Rhythmen entwickelt hat. Menschenaffen dagegen musizieren nicht selbst – sie haben aber sehr wohl einen gewissen Sinn für Musik, wie frühere Studien herausgefunden haben. Bestimmte Vorlieben ließen sich bei den Primaten bislang allerdings nicht zuverlässig erkennen, abgesehen davon, dass sie langsamere Rhythmen zu bevorzugen schienen. In allen bisherigen Studien vermieden die Affen die Musik jedoch gänzlich, wenn sie die Möglichkeit hatten.
Bisher allein westliche Musik erforscht
Wissenschaftler um Frans de Waal von der Emory University in Atlanta haben allerdings festgestellt, dass sich die Forschung zum Musiksinn bei Primaten bisher allein auf westliche Musikrichtungen wie Pop, Blues und klassische Musik konzentrierte. Diese folgen jedoch gemeinsamen musikalischen und akustischen Mustern – möglicherweise gibt es für die Primaten also keinen entscheidenden Unterschied.
De Waal und seine Kollegen studierten darum die Reaktionen von Menschenaffen auf eine Auswahl von Musikstilen mit größeren Unterschieden: afrikanische, indische und japanische Musik. „Wir wollten keine unterschiedlichen Vorlieben für Musik verschiedener Kulturen nachweisen“, erklärt de Waal die Auswahl der Musik. Es sei aber wichtig, akustische Eigenschaften der Musik genau bestimmen zu können, wie bei den gewählten kulturellen Musikarten.