Strahlender Hotspot: Astronomen haben eine Stelle am Himmel entdeckt, von der besonders viel extrem energiereiche kosmische Strahlung ausgeht. Noch ist nicht klar, was genau die Quelle dieser Strahlung ist – ob Supernovae, aktive Galaxienkerne oder sogar exotische, bisher unbekannte Vorgänge. Der neu entdeckte Hotspot könnte aber helfen, den bisher rätselhaften Ursprung dieses kosmischen Bombardements zu klären, hoffen die Astronomen.
Die Erde wird ständig von kosmischer Strahlung bombardiert. Ein Teil dieser energiereichen Teilchen, meist Protonen oder Kerne von etwas größeren Atomen, stammen von der Sonne und benachbarten Sternen. Doch ein Großteil der kosmischen Strahlung – dazu gehören vor allem die Teilchen mit Energien oberhalb von einer Milliarde Gigaelektronenvolt (GeV) – hat seinen Ursprung woanders. Wo, ist aber seit Jahrzehnten ungeklärt, wie Gordon Thomson von der University of Utah in Salt Lake City und seine Kollegen erklären.
Spurensuche in der Wüste
Als mögliche Quellen gelten aktive Galaxienkerne, in denen Schwarze Löcher Materie verschlingen und dabei große Mengen Energie freisetzen. Aber auch Gammastrahlenausbrüche, kollidierende Galaxien oder noch unbelegte physikalische Phänomene wie zerfallende kosmische Strings werden diskutiert. Im Rahmen des Telescope Array Projekts arbeitet eine Gruppe von 125 Astronomen seit Jahren daran, die Quellen dieser energiereichsten kosmischen Strahlung ausfindig zu machen.
Dafür nutzen die Forscher ein in Utah stehendes System aus drei jeweils 35 Kilometer auseinander stehenden Fluoreszenzdetektoren, die das schwache Aufblitzen registrieren, das eine Kollision von kosmischen Teilchen mit Stickstoffmolekülen in der Luft erzeugt. 523 über gut 700 Quadratkilometer verteilte Szintillationsdetektoren zeichnen die geladenen Teilchen auf, die als Folge dieser Kollision durch Sekundärzerfälle entstehen. Aus der Verteilung und Richtung dieser Reaktionskaskaden lässt sich rekonstruieren, wie die kosmische Strahlung verteilt ist und woher sie kommt.