Eingeschleppt aus Afrika: Der in der europäischen Bevölkerung verbreitete multiresistente Erreger Staphylococcus aureus entstand nicht in Europa selbst. Er geht stattdessen auf einen Vorfahr zurück, der im südlichen Afrika entstand. Das haben Forscher durch Genvergleiche festgestellt. Mit Einwanderern oder Touristen muss dieses Bakterium dann nach Europa gelangt sein – und ist seither hier der dominante Stamm.
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Das Bakterium Staphylococcus aureus findet sich auf Haut und Schleimhäuten von bis zu 30 Prozent aller Menschen, meist ohne schwerwiegende Folgen. Bei immungeschwächten Patienten jedoch können die Bakterien schwere Hautinfektionen, Lungen- und Herzentzündungen und eine tödliche Blutvergiftung auslösen. Handelt es sich dann um einen der gefürchteten multiresistenten Stämme des Bakteriums (MRSA), dann ist diese Infektion selbst mit gängigen Antibiotika nicht mehr zu stoppen.
Resistente Stämme auch außerhalb der Krankhäuser
Bisher gab es solche MRSA-Fälle vor allem in Krankenhäusern – dort, wo schwerkranke Patienten mit geschwächtem Immunsystem liegen. Doch zunehmend erkranken auch Patienten, die sich außerhalb des Krankenhauses mit MRSA angesteckt haben. Studien zeigen, dass für eine Infektion mit diesem „community-associated“ MRSA schon einfacher Hautkontakt, beispielsweise beim Sport, ausreichen kann.