So schwer wie sieben Tyrannosaurier: Ein neu entdeckter Dinosaurier entpuppt sich als das wahrscheinlich schwerste jemals existierende Landtier. Der in Patagonien entdeckte Vertreter der pflanzenfressenden Titanosaurier wog zu Lebzeiten knapp 60 Tonnen und war 26 Meter lang. Das Fossil ist zudem das bisher vollständigste dieser Dinosauriergruppe, wie Forscher im Fachmagazin „Scientific Reports“ berichten.
Ein massiger, tonnenförmigen Körper, ein langer Schwanz und Hals mit einem verhältnismäßig kleinen Kopf – das sind die Markenzeichen der Titanosaurier. So plump und antiquiert uns diese Pflanzenfresser heute auch erscheinen mögen, sie waren ein ausgesprochenes Erfolgsmodell der Evolution: Viele verschiedene Arten mit unterschiedlichen Ausmaßen existierten über Jahrmillionen hinweg bis zum großen Massensterben vor 65,5 Millionen Jahren.
Als der absolute Gigant unter diesen Giganten gilt Argentinosaurus. Doch von ihm sind weniger als zehn Prozent seines Skeletts erhalten – und es fehlten ausgerechnet die Oberschenkel- und Oberarmknochen. Diese jedoch sind entscheidend, um die Masse eines Dinosauriers abschätzen zu können. Deshalb könnte der Argentinosaurus zwar der schwerste von allen gewesen sein, aber es fehlen die Belege.
100 Knochen eines Riesen
Anders ist dies bei dem neuen Fund: Im äußersten Süden Argentinien stießen Kenneth Lacovara von der Drexel University in Philadelphia auf insgesamt 100 einzelne Skelettteile, die sich als die Überreste zwei Exemplaren einer zuvor unbekannten Titanosaurierart erweisen. Dieser rund 26 Meter lange Dinosaurier lebte in der Oberen Kreide und gehörte damit zu den Arten, die bis zum Massenaussterben vor 65 Millionen Jahren existierten.