Verborgene Senke: Am Meeresgrund gibt es offenbar mehr Methanfresser als gedacht. Denn auch in scheinbar toten Kalkstein-Ablagerungen haben Forscher jetzt methanabbauende Mikroben entdeckt. Das ist eine gute Nachricht, denn diese Organismen dienen damit als zusätzlicher Puffer gegen zunehmende Methanaustritte in der Tiefsee, wie die Forscher im Fachmagazin „Nature Communications“ berichten.
Vor zwei Monaten erst sorgten hunderte neuentdeckter Methanquellen vor der US-Küste für Aufsehen. Denn sie deuten darauf hin, dass es mehr Austritte dieses potenten Treibhausgases am Meeresgrund gibt als zuvor gedacht. Selbst im Südpolarmeer dringt Methan aus dem Untergrund.
Gibt es genügend Methanfresser?
Doch es gibt auch Gegenspieler: Schon länger ist bekannt, dass Mikroorganismen im Meeressediment einen großen Teil des Methans abbauen, bevor sich dieses ausbreiten kann. Allerdings: Ausgerechnet rund um die Methanquellen gibt es wenig Sediment, dafür umso mehr Kalkgestein, das sich dort bevorzugt ablagert. Ob auch in diesen Gesteinsformationen auch methanfressende Mikroben leben und in welchen Mengen, war bisher jedoch unbekannt.
Jeffrey Marlow vom California Institute of Technology in Pasadena und seine Kollegen haben nun Karbonatablagerungen in drei Methanquellen-Gebieten im Pazifik auf ihre Mikrobenfauna hin untersucht. Zunächst prüften sie dabei, wie durchlässig das Gestein für Wasser und Gas ist, weil dies die Voraussetzung bildet, damit Mikroorganismen überleben können. Anschließend analysierten sie 24 Gesteinsproben auf ribosomale Gene von Bakterien und Archaeen hin, um deren Häufigkeiten und Artenzusammensetzung bestimmen zu können.