Schlaf festigt Erinnerungen – und zwar nicht nur bei Erwachsenen, sondern schon bei Kleinkindern im ersten Lebensjahr. Säuglinge können sich nur nach einem anschließenden Nickerchen an gelernte Dinge erinnern, wie Wissenschaftlerinnen im Experiment festgestellt haben. Für das Langzeitgedächtnis ist Schlaf nach dem Lernen offenbar von entscheidender Bedeutung, schlussfolgern sie im Magazin „Proceedings of the National Academy of Sciences“.
Was genau geschieht, wenn wir schlafen, ist noch nicht vollständig aufgeklärt. Gesunder Schlaf ist jedoch lebenswichtig: Während der Schlafphasen erholt und regeneriert sich der Körper, Heilungsprozesse etwa laufen schneller ab. Das Gehirn spült währenddessen molekulare Abfallstoffe aus den Zellen – möglicherweise sind es sogar diese Reste des Stoffwechsels, die die Müdigkeit auslösen.
Ohne Schlaf keine Erinnerungen
Wichtig ist der Schlaf auch für das Sortieren und Abspeichern von Erinnerungen und damit für das Lernen: Neue Erkenntnisse gelangen vermutlich erst beim Schlafen vom Arbeits- ins Langzeitgedächtnis. Fast jeder kennt die Folgen, wenn dieser Prozess gestört wird: Schlafentzug führt zu Unaufmerksamkeit und einem drastisch verschlechterten Erinnerungsvermögen.
Bei Kindern, besonders im Säuglingsalter, ist gesunder Schlaf daher eine Voraussetzung in der Entwicklungsphase des Gehirns. Deshalb benötigen Säuglinge auch viel mehr Schlaf als Erwachsene. Schlafmangel hemmt die wichtigen Lernprozesse und kann im Extremfall sogar bleibende Schäden verursachen. Sabine Seehagen von der Ruhr-Universität Bochum und ihre Kolleginnen haben untersucht, wie bei Säuglingen Erinnerungen während des Schlafens gefestigt werden. Dabei konzentrierten sie sich auf sogenannte deklarative Erinnerungen, also Erinnerungen an Fakten und Ereignisse.