Die Chance für außerirdisches Leben steigt: Allein in unserer Milchstraße könnte es Milliarden lebensfreundlicher Erdzwillinge geben. Denn im Durchschnitt liegen zwei Planeten jedes Planetensystems in der habitablen Zone, wie dänische Astronomen ausgerechnet haben. Für ihre Kalkulation nutzten sie eine Formel, die schon vor gut 230 Jahren dabei half, den Uranus zu entdecken. Sie könnte nun dazu beitragen, weitere Erdzwillinge zu finden.
Das NASA-Weltraumteleskop Kepler ist einer der erfolgreichsten Planetenjäger überhaupt: Rund 1.000 Exoplaneten hat das Teleskop bisher aufgespürt, 3.000 weitere Sichtungen gelten als Planetenkandidaten. Allerdings: Längst nicht alle dieser Exoplaneten sind auch lebensfreundlich. Zwar gibt es einige Supererden und Erdzwillinge, viele sind jedoch heiße Gaswelten, die ihren Stern weit innerhalb der habitablen Zone umkreisen – der Zone, in der die Temperatur gerade richtig ist, um flüssiges Wasser und lebensfreundliche Bedingungen zu bieten.
Der Grund dafür: Solche heißen Jupiter lassen sich besonders gut mit Kepler ausfindig machen, weil sie beim Transit das Licht ihres Sterns deutlich abdimmen. Exoplaneten, die nur erdgroß sind und weiter weg von ihrem Stern liegen, sind dagegen nur schwer zu finden. Wie viele von ihnen es tatsächlich gibt, lässt sich daher nur schwer abschätzen.
Titus-Bode-Gesetz – neu angewandt
Steffen Kjaer Jacobson und seine Kollegen von der Universität Kopenhagen haben nun einen ungewöhnlichen Weg gewählt, um dieses Problem zu lösen. Sie griffen für ihre Studie auf eine 250 Jahre alte Methode zurück: das Titius-Bode-Gesetz. Diese von Johann Daniel Titius und Johann Elert Bode im Jahr 1772 aufgestellte Regel besagt, dass die Umlaufperioden der Planeten um einen Stern in einem bestimmten Verhältnis zueinander stehen.