Ständig Stress? Dann könnte mehr Kaffeetrinken helfen. Denn Koffein macht nicht nur wach, es wirkt auch den typischen Stressfolgen wie Angst, Depression oder Gedächtnisproblemen entgegen, wie eine Studie mit Mäusen nahelegt. Demnach blockiert das Koffein eine Andockstelle im Gehirn, die über eine ganze Kaskade von Reaktionen diese Stresssymptome verursacht. Diese Erkenntnis könnte auch für die Stresstherapie beim Menschen neue Ansatzstellen eröffnen, berichten die Forscher im Fachmagazin „Proceedings of the National Academy of Sciences“.
Chronischer Stress macht bekanntlich krank: Wer sich dauerhaft mit Kollegen herumärgert, im Schlaf häufig gestört wird oder vom Chef eine kurzfristige Deadline nach der anderen vorgesetzt bekommt, steht unter Dauerstress. Und das hat Folgen: Chronischer Stress senkte die Konzentrationsfähigkeit, fördert Depressionen und Ängste und kann zum Burnout führen.
Interessanterweise trinken die meisten Menschen in Stresssituationen mehr Kaffee. Das beliebte Aufputschmittel macht aber nicht nur wach und stärkt das Gedächtnis, das Koffein könnte auch die typischen Stressfolgen mindern – das zumindest vermuteten Manuella Kaster von der Universität von Coimbra in Portugal und ihre Kollegen. Ob das wirklich der Fall ist, haben sie nun untersucht.
Weniger Stresssymptome nach Koffein
In ihrer Studie verabreichten die Forscher Mäusen sechs Wochen lang Koffein mit dem Trinkwasser, die Dosis lag bei einem Gramm pro Liter. Während dieser Zeit setzten sie diese Mäuse und eine Kontrollgruppe ohne Koffein wiederholt starkem Stress aus: Die Tiere mussten in einem Becken schwimmen, ein exponiertes Labyrinth durchqueren und wurden am Schwanz in die Höhe gehoben.