Möglicherweise ist es kein Zufall, dass die meisten Menschen auf der Seite schlafen. Denn in dieser Position funktioniert die nächtliche „Gehirnwäsche“ am effektivsten, wie Versuche mit Ratten nahelegen. In Seitenlage werden schädliche Abfallstoffe schneller und vollständiger mit dem Hirnwasser ausgeschwemmt, wie die Forscher im Fachmagazin „Journal of Neuroscience“ berichten. Auch die Proteine, die bei Alzheimer Gehirnzellen zerstören, werden so besser beseitigt.
Schlaf spielt eine entscheidende Rolle für unser geistiges Wohlbefinden – und für die Gesundheit unseres Gehirns. Fehlt der Schlaf oder ist er zu unregelmäßig, kann dies auf Dauer sogar Gehirnzellen zerstören, wie Versuche mit Mäusen zeigen. Beim Menschen gibt es Hinweise darauf, dass langjährige Schichtarbeit dümmer macht.
„Gehirnwäsche“ im Schlaf
Die Grund dafür: Während wir schlafen, verarbeitet das Gehirn das tagsüber Gelernte, gleichzeitig aber findet auch eine Art nächtliches Großreinemachen statt: Abfallstoffe werden ausgeschwemmt. „Im Schlaf und bei Anästhesie weiten sich die flüssigkeitsgefüllten Zellzwischenräume“, erklären Helene Benveniste von der Stony Brook University und ihre Kollegen. „Dadurch kann der Abfall schneller weggespült werden.“
In ihrer Studie haben die Forscher nun untersucht, ob unsere Schlafposition beeinflusst, wie effektiv diese „Gehirnwäsche“ arbeitet. Dafür legten sie betäubte Ratten in drei verschiedenen Positionen – auf dem Rücken, aufrecht und auf der Seite – in den Hirnscanner. Mit Hilfe der Magnetresonanztomografie (MRT) und Kontrastmitteln zeichneten sie dann auf, wie gut das Hirnwasser durch das Gehirn strömen konnte und dadurch die Abfallstoffe ausschwemmte.