Fataler Teufelskreis: Wasserplaneten sind wahrscheinlich weniger lebensfreundlich als gedacht. Denn eine sich verstärkende Rückkopplung sorgt dafür, dass sich selbst kleine Klimaschwankungen enorm aufschaukeln können, wie Forscher anhand von Modellen herausgefunden haben. Gute Bedingungen für Leben bietet ein solcher Ozeanplanet daher nur in einer sehr schmalen habitablen Zone um seinen Stern – und dieser müsste noch dazu sehr gleichmäßig strahlen.
Eine Welt ohne Land: Planeten, die komplett von Wasser bedeckt sind, gibt es nicht nur in Spielfilmen wie „Interstellar“. Inzwischen haben Astronomen auch Exoplaneten entdeckt, die zu diesen Ozeanplaneten gehören. Einer von ihnen ist die 2012 entdeckte Supererde GJ1214b. Er besitzt wahrscheinlich nur einen kleinen Gesteinskern, der Rest aber ist Wasser.
Wasser gleich Leben?
„Auf den ersten Blick bieten Ozeanplaneten sehr lebensfreundliche Bedingungen, weil ihre Oberfläche vollständig mit Wasser bedeckt ist“, sagt Daniel Kitzmann vom Center for Space and Habitability (CSH) der Universität Bern. Flüssiges Wasser gilt als zentrale Voraussetzung für die Entstehung von Leben. Deshalb definiert man die habitable Zone um einen Stern auch als den Bereich, in dem die Temperaturen die Existenz von flüssigem Wasser zulassen.
Aber wie lebensfreundlich ist ein solcher Ozeanplanet wirklich? Bedeutet viel Wasser auch automatisch bessere Chancen? Um das herauszufinden, haben Kitzmann und seine Kollegen den Kohlendioxid-Kreislauf auf solchen Wasserwelten untersucht. Sie ermittelten mit Hilfe von Modellen, wie stark dieses Treibhausgas vom Ozean aufgenommen wird und wie gut dieser CO2-Schwankungen abpuffern kann.