Asthma-Schutz aus dem Stall: Forscher haben entdeckt, auf welchem Wege die „gesunde Landluft“ Kinder vor Allergien schützt. Ein einzelnes Protein dämpft demnach die Reaktion des Immunsystems auf ein normales Maß ab. Funktioniert dieses Schutzprotein nicht, so kann auch das Aufwachsen auf dem Bauernhof die Allergien nicht mehr fernhalten. Diesen Mechanismus zu verstehen, könnte auch dabei helfen, einen Impfstoff gegen Asthma zu entwickeln, schreiben die Forscher im Magazin „Science“.
„Kinder, die draußen spielen, werden nicht krank“, sagt ein Sprichwort. Tatsächlich ist bekannt, dass Kinder, die viel Kontakt mit der Umwelt haben und etwa auf Bauernhöfen aufwachsen, viel seltener Allergien wie Heuschnupfen oder Asthma bekommen. Auch als Säugling auf einem Tierfell zu schlafen oder rohe Kuhmilch zu trinken kann das Risiko senken, dass das Immunsystem derartig überreagiert. Besonders der Staub aus Tierställen ruft offenbar diesen schützenden Effekt hervor. Der Mechanismus hinter der „gesunden Landluft“ war jedoch bislang unbekannt.
Stallstaub schützt vor Hausstaub-Allergie
Diesen Staub und seine Wirkung haben Forscher unter der Leitung von Bart Lambrecht vom Flämischen Institut für Biotechnologie (VIB) im belgischen Gent nun genauer untersucht. Sie behandelten dafür Mäuse einige Tage lang mit einem Extrakt von Stallstaub aus Deutschland und der Schweiz und setzten die Tiere dann dem allergieauslösenen Kot von Haustaubmilben aus. „Diese Tests zeigten, dass die Mäuse völlig geschützt gegen Hausstaubmilben-Allergie waren, der häufigsten Ursache von Allergien bei Menschen“, sagt Lambrecht.

Schon länger vermutet man, dass für diese Wirkung Mikroben verantwortlich sind, die in dem Staub leben. Lambrecht und seine Kollegen hatten konkret einen Bestandteil der Bakterien-Zellwand im Verdacht, das Lipopolysacharid oder Endotoxin. Denn dieses löst bekanntermaßen Fieber und heftige Immunreaktionen aus.