Ein sensationeller Fund: Unweit des weltberühmtem Steinkreises von Stonehenge haben Archäologen nun mittels Radar ein weiteres, noch größeres Steinmonument entdeckt. Unter der bereits bekannten Anlage von Durrington Walls liegt im Untergrund verborgen eine Reihe aus rund 100 rund viereinhalb Meter hohen Steinen. Diese unerwartete Entdeckung verändere die gesamte Sicht auf Stonehenge und die prähistorische Kultur, sagen die Forscher.
Dass die Gegend um Stonehenge noch immer für Überraschungen gut ist, zeigte sich bereits im September 2014. Denn damals entdeckten Forscher des Hidden Landscapes Projekt unzählige zuvor unbekannte Grabhügel und astronomisch ausgerichtete Gruben neben und zwischen den bekannten prähistorischen Monumenten. Erst die systematische Durchmusterung des Untergrunds mit Hilfe von Radargeräten und Magnetometern enthüllte diese Strukturen.
Gewaltiges Steinmonument
Jetzt haben Vincent Gaffney von der University of Bradford und seine Kollegen nur drei Kilometer von Stonehenge entfernt einen weiteren sensationellen Fund gemacht. In Durrington Walls, einer 4.500 Jahre alten prähistorischen Siedlungsanlage, stießen sie auf eine gigantische Reihe aus rund 100 aufrechtstehenden Steinen – jeder bis zu viereinhalb Meter hoch. Bisher hielt man Stonehenge und einen kleineren Steinkreis am Ende des Zeremonialwegs von Stonehenge für die einzigen signifikant prähistorischen Steinmonumente der Region.
Die gewaltige Steinreihe bildete einst offenbar die äußere Begrenzung einer 500 Meter großen Anlage. Eine Böschung mit hellem, freigelegtem Kalkstein-Untergrund lag innerhalb dieser Steine und bildete eine C-förmige Umrahmung dieses „Super-Henges“. Teilweise umgestürzt, zerbrochen und später unter einem Erdwall begraben, blieben sie Jahrtausende lang unentdeckt. „Im Osten sind noch mindestens 30 dieser Steine von 4,50 Höhe und 1,50 x 1 Meter Durchmesser unter dieser Böschung erhalten geblieben“, berichtet Projektleiter Wolfgang Neubauer vom Ludwig Boltzman Institut für virtuelle Archäologie.