Weniger Neutronen als normal: Forscher haben vier bisher unbekannte Isotope der schweren Elemente Berkelium, Neptunium und Americium erzeugt. Die sehr kurzlebigen, exotischen Atomkerne besitzen weniger Neutronen als die bekannten Elementvarianten. Sie geben neue Hinweise zum Aufbau der Atomkerne und auch zur Stabilität weiterer, noch unbekannter superschwerere Elemente.
Das Periodensystem listet alle uns bekannten Elemente auf und damit die Bausteine der Materie. Doch vollständig ist dieser 114 offizell benannte Elemente umfassende Katalog bis heute nicht. In Experimenten haben Forscher bereits weitere, noch schwerere Elemente erzeugt, darunter das Element mit der Ordnungszahl 117. Und selbst bei bereits bekannten Elementen gibt es noch immer Unerklärtes und Überraschungen.
Ein Bereich, in dem wir noch lange nicht alles kennen, sind die Isotope der Elemente. Sie unterscheiden sich durch die Anzahl der Neutronen im Kern und damit in ihrer Masse. Bislang kennen wir etwa 3.000 Isotope von den 114 chemischen Elementen des Periodensystems. Doch Schätzungen gehen davon aus, dass noch über 4.000 unentdeckte Isotope existieren.

Isotop-Bildung unter Beschuss
Vier solcher neuer isotope hat nun ein internationales Forscherteam um Sophia Heinz vom GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung entdeckt. Für ihr Experiment beschossen die Forscher eine 300 Nanometer dünne Folie aus Curium mit beschleunigten Calcium-Atomkernen beschossen. Dabei berühren sich die Atomkerne der beiden Elemente und bilden für sehr kurze Zeit ein Verbundsystem.