Hör mal, wer da spricht: Täuschend echte Kopien einer Stimme können elektronische Sicherheitssysteme unterlaufen – und das beängstigend leicht. Denn mit frei erhältlicher Software kann man diese geklonten Stimmmuster einfach herstellen. US-Forscher warnen darum zur Vorsicht: Proben der eigenen Stimme sollte man nur zurückhaltend online stellen, und Systeme zur Stimmerkennung müssten noch zuverlässiger werden.
Unsere Stimme nutzen wir jeden Tag, um uns in persönlichen Gesprächen zu unterhalten oder über große Entfernungen zu telefonieren, um uns mit dem Rest der Welt zu verständigen. Der Klang der Stimme, zusammen mit typischem Tonfall und Sprachmustern, macht sie zu einem ganz persönlichen Erkennungsmerkmal. Wenn wir die Stimme erkennen, sind wir normalerweise sicher, es auch mit der zugehörigen Person zu tun zu haben, und wer „sein Wort gibt“, meint es normalerweise ehrlich.
Persönliche Stimme ist leicht zugänglich
Doch gerade in dieser Alltäglichkeit könnte ein Sicherheitsrisiko liegen, warnt Nitesh Saxena von der University of Alabama. „Menschen hinterlassen Spuren ihrer Stimme auf viele verschiedene Arten“, erklärt der Informatiker. „Sie unterhalten sich laut, wenn sie sich im Restaurant treffen, sie halten öffentliche Vorträge, führen Telefonate oder geben online Stimmproben ab.“ Für Menschen mit kriminellen Absichten ist die persönliche Stimme eines anderen auf diesen Wegen leicht zugänglich.
Und das Risiko, das von einigen heimlich mit dem Smartphone aufgenommenen oder online aufgespürten Gesprächsminuten ausgeht, ist größer, als man denkt. Saxena und Kollegen haben mit einfach erhältlicher „voice morphing“-Software überprüft, wie gut sich eine Stimme anhand weniger Proben imitieren lässt.