Wie schafften die ersten Pflanzen den Schritt an Land? Wie sich jetzt zeigt, brachten sie die wichtigsten genetischen Voraussetzungen bereits mit: Schon frühe Algen konnten mit Pilzen zusammenarbeiten. Diese Symbiose ermöglichte es ihnen, an Land zu überleben und schließlich die Landmassen der Erde zu besiedeln. Diese Erkenntnis ist nicht nur für die Evolution der Pflanzen bedeutend, schreiben Forscher in den „Proceedings of the National Academy of Sciences“ – sie könnte auch die Produktion von Biosprit erleichtern.
Der Übergang vom Wasser auf das Festland war ein schwieriger Schritt für die Vorfahren der ersten Landpflanzen: Während Nährstoffe im Wasser frei verfügbar umherschwimmen, sind sie an Land im Boden verschlossen. Heutige Pflanzen arbeiten eng mit Bakterien und Pilzen zusammen, um dieses Problem zu lösen: Die Mikroorganismen lösen Mineralien aus dem Boden, so dass die Pflanzen diese aufnehmen können. Im Austausch erhalten sie von der Pflanze durch Photosynthese produzierten Zucker.
Vor 450 Millionen Jahren an Land geschwappt
Fossilien legen nahe, dass auch die ersten Grünalgen an Land vor rund 450 Millionen Jahren ähnlich vorgingen: Bereits in frühesten Pflanzenfossilien finden sich auch Sporen von sogenannter arbuskulärer Mykorrhiza. Solche Pilze bilden auch heute noch wichtige Symbiosen mit Pflanzen. Wie aber entstand dieses komplexe Zusammenspiel zwischen Pilzen und Pflanzen, und vor allem: Wann entstand es?
„Irgendwann vor 450 Millionen Jahren schwappten Algen aus dem Wasser der Erde auf kahles Land“, beschreibt Pierre-Marc Delaux vom John Innes Centre im britischen Norwich. „Irgendwie haben sie überlebt und Wurzeln geschlagen.“ Delaux und Kollegen wollten herausfinden, wie genau die Algen dies schafften. Dazu haben sie das genetische Material von einigen der ältesten bekannten Landpflanzen mit dem von Grünalgen verglichen.