Abrupt erstarrt: Forscher haben erstmals eingegrenzt, wann der feste innere Erdkern entstand. Demnach bildete sich die Eisenkugel in Zentrum unseres Planeten erst vor rund 1,3 Milliarden Jahren. Dafür spricht ein abrupter Anstieg der Stärke des Erdmagnetfelds zu dieser Zeit, wie die Wissenschaftler im Fachmagazin „Nature“ berichten. Beruhigend dabei: Den neuen Daten nach wird der Geodynamo im Erdinnern noch mindestens eine Milliarde Jahre stabil bleiben.
Ohne den festen inneren Erdkern gäbe es möglicherweise kein Leben auf der Erde. Denn erst die elektromagnetische Wechselwirkung des festen Eisenkerns mit dem umgebenden flüssigen Metall des äußeren Kerns produziert das Magnetfeld, das uns vor der harten Strahlung des Alls schützt.
Doch das war nicht immer so. Denn anfangs war das Erdinnere noch komplett geschmolzen. Erst als die Erde langsam abkühlte, kristallisierte der etwa plutogroße innere Kern aus und wurde fest. Wann dies jedoch geschah, ist bisher umstritten: Je nach Modell könnte dies erst vor 0,5 Milliarden Jahren oder schon vor zwei Milliarden Jahren geschehen sein.
Abrupter Sprung vor 1,3 Milliarden Jahren
Eine genauere Eingrenzung liefern nun Andy Biggin von der University of Liverpool und seine Kollegen. Sie haben dafür Daten zur Magnetisierung von 363 Gesteinsproben verschiedenen Alters zusammengetragen und ausgewertet. Weil der Geodynamo das Magnetfeld direkt beeinflusst, müsste sich die Erstarrung des inneren Kerns als plötzliche Veränderung des Magnetfelds bemerkbar machen.