Ein großes Gehirn macht noch lange keinen Einstein aus uns – oder doch? Ob Hirngröße und Intelligenz zusammenhängen, haben Forscher nun überprüft. Ihr Ergebnis: Es gibt tatsächlich einen Zusammenhang: Menschen mit einem größeren Gehirn haben im Durchschnitt einen höheren IQ. Aber: Diese Korrelation ist viel schwächer als bisher gedacht. Denn mehr als auf die Größe kommt es auf den Inhalt und die Verkabelung des Denkorgans an.
Der Vergleich der Schädelgrößen unserer Vorfahren zeigt, dass mit fortlaufender Entwicklung die Gehirne der Vor- und Frühmenschen immer größer wurden. Aber auch heute gibt es individuelle Unterschiede. So haben Menschen in den höheren Breiten ein größeres Gehirn als Bewohner der Tropen und Männer haben mehr Hirnvolumen als Frauen. Aber was sagt dies über unsere Intelligenz aus? Bedeutet ein größeres Gehirn auch automatisch eine höhere Intelligenz?
Es gibt eine positive Korrelation
Diese Frage haben nun Jakob Pietschnig von der Universität Wien und seine Kollegen in einer umfangreichen Meta-Analyse untersucht. Sie verglichen dafür die Ergebnisse von 88 Studien, die Messungen des Hirnvolumens beispielsweise mit Hilfe der Magnetresonanztomographie mit den Leistungen in Tests des Intelligenzquotienten verglichen hatten. Insgesamt werteten die Forscher die Daten für mehr als 8.000 Frauen und Männer aus.
Das Ergebnis: Es gibt tatsächlich einen Zusammenhang – er ist aber geringer als landläufig angenommen. „Unsere Ergebnisse zeigen einen signifikanten positiven Zusammenhanf von Hirnvolumen mit dem IQ, der in verschiedenen Altersklassen, Intelligenzgruppen und in beiden Geschlechtern nachweisbar ist“, berichten Pietschnig und seine Kollegen.