Dieselabgase stinken – und zerstören Blütenduft: Honigbienen können viele durch in Abgasen enthaltene Stickoxide veränderte Duftstoffe im wahrsten Sinne des Wortes nicht mehr riechen. Britische Forscher haben festgestellt, dass dies die Bienen noch weit mehr beeinträchtigt, als bisher angenommen: Rund die Hälfte der häufigsten Duftstoffe, die den Bienen den Weg zur Blüte weisen, erkennen die Insekten nicht mehr. Dies könnte ein weiterer kleiner, aber fataler Beitrag zum Bienensterben sein, meinen die Forscher im „Journal of Chemical Ecology“.
Weltweit kämpfen Honigbienen ums Überleben: Schädlinge wie die für Bienenvölker mitunter tödliche Varroa-Milbe haben sich durch den Handel mit Bienenstöcken stark ausgebreitet. Pestizide wie die umstrittenen Neonicotinoide verwirren das Nervensystem der Pollensammler und lassen sie in die Irre fliegen. Klimawandel und Luftverschmutzung bringen weitere Risiken für die Bienen.
Raps-Duft verschwindet im Diesel-Dunst
Viele Pflanzen, darunter auch viele Obst- und Gemüsesorten, sind jedoch auch Bienen als Bestäuber angewiesen. Das Bienensterben bringt daher sowohl ernsthafte ökologische Konsequenzen als auch wirtschaftliche Risiken. Ein Forscherteam um Robbie Girling von der University of Southampton hat nun einen Faktor ausgemacht, der eine noch größere Gefahr für die Bienen darstellt, als bislang gedacht: Dieselabgase.
Dieselmotoren produzieren eine große Menge Stickoxide. Hohe Stickoxid-Werte in der Luft sind auch für Menschen ein Gesundheitsrisiko. Bereits in einer früheren Studie hatten die Wissenschaftler festgestellt, dass diese reaktiven Abgase einzelne Duftstoffe aus Rapsblüten zersetzen können, so dass die Bienen den Duft nicht mehr erkennen können. Dadurch fällt es ihnen auch schwerer, die Blüten anzusteuern, dort Nahrung zu sammeln und die Blüten dabei zu bestäuben.