Optische Spürnase: Forscher haben eine Kamera entwickelt, die das starke Treibhausgas Methan in der Umwelt aufspüren und sichtbar machen kann. Mittels Infrarotsensoren und spektrometrischen Messungen kann der Methanausstoß selbst einzelner Schornsteine oder von Stallfenstern aus mehr als hundert Metern Entfernung identifiziert und seine Menge gemessen werden, wie die Forscher im Fachmagazin „Nature Climate Change“ berichten.
Methan ist ein potentes Treibhausgas mit mehr als 20-Mal so hoher Treibhauswirkung wie Kohlendioxid. Es wird bei der Erdgasgewinnung und aus Feuchtgebieten freigesetzt, aber auch durch Rinder und andere Wiederkäuer sowie aus Mülldeponien. Durch den Klimawandel geben zudem Permafrostböden und der Meeresgrund immer größere Mengen Methan ab. Entsprechend wichtig ist es die Quellen dieses Gases möglichst genau zu kennen und zu überwachen. Doch das ist nicht so einfach, denn Satellitenmessungen sind oft zu grob, um die Quellen genau zu lokalisieren.
Spektraler Fingerabdruck verrät das Methan
Magnus Gålfalk von der Universität Linköping in Schweden und seine Kollegen habe deshalb eine neue Methode zum Aufspüren von Methan-Emissionen entwickelt: eine hyperspektrale Infrarotkamera. Diese nimmt eine Art Wärmebild des Gases vor einem kälteren Hintergrund auf und zeichnet in jedem Pixel des Bilds ein hochaufgelöstes Spektrum der registrierten Strahlung auf. Das macht es möglich, das Methan anhand seiner charakteristischen Spektralsignaturen zu bestimmen.
„Die Kamera ist sehr sensitiv und macht Methan selbst in Bodennähe sichtbar und messbar, und das mit erheblich höherer Auflösung als zuvor möglich“, erklärt Gålfalk. Mit ihr kann man dadurch sowohl per Helikopter als auch vom Boden aus schon kleine Methanquellen ausfindig machen. „Das gibt uns neue Möglichkeiten um Methanquellen und –senken zu überwachen und zu kartieren“, sagt Koautor David Bastviken von der Universität Linköping. „Und es wird uns dabei helfen zu verstehen, wie wir Methanemissionen besser kontrollieren können.“