Es klingt fast zu schön um wahr zu sein: Forschern ist es gelungen, das Leben von Mäusen um ein Drittel zu verlängern und die Tiere auch physiologisch zu verjüngen. Gelungen ist dies durch die Zerstörung alter, ruhiggestellter Zellen in den Geweben der Mäuse. Diese seneszenten Zellen könnten an vielen Alterserscheinungen mit schuld sein, so die Wissenschaftler im Fachmagazin „Nature“. Ob diese Verjüngungskur jedoch auch beim Menschen funktioniert, muss sich erst noch zeigen.
Das Altern beginnt in unseren Zellen. Sie produzieren bei der Teilung häufiger Fehler und die zelleigenen Reparaturmechanismen lassen nach. Als Gegenmittel hat der Körper die Seneszenz entwickelt: Er legt diese Zellen still und verhindert, dass sie sich weiter teilen. „Diese zelluläre Seneszenz ist ein Mechanismus gegen Krebs, spielt aber auch für das Altern und altersbedingte Krankheiten eine Rolle“, erklären Darren Baker vom Mayo Clinic College of Medicine in Rochester und seine Kollegen.
Überflüssige „Notbremse“?
Doch was, wenn diese seneszenten Zellen viele altersbedingte Symptome erst auslösen? „Die zelluläre Seneszenz ist eine Art biologischer Notbremse, um beschädigte Zellen an der Teilung zu hindern“, erklärt Seniorautor Jan van Deursen von der Mayo Clinic. „Aber sobald diese ‚Notbremse‘ einmal betätigt ist, sind diese Zellen nicht mehr notwendig.“ Tatsächlich gibt es Hinweise darauf, dass die Anreicherung solcher Zellen die Organfunktion stören und Diabetes, Nierenschwäche und Krebs fördern kann.
Baker und seine Kollegen haben daher in einem Experiment mit Mäusen untersucht, was geschieht, wenn man diese seneszenten Zellen gezielt entfernt. Sie nutzten dafür zwei Mäusestämme, bei denen sich diese Zellen durch ein chemisches Präparat zerstören lassen. Die Tiere bekamen ab dem Alter von zwölf Wochen alle zwei Wochen eine Injektion mit diesem Mittel.