Klimawandel konkret: Wälder in allen Gebieten der USA zeigen schon messbare Folgen der Erwärmung, wie Klimaforscher berichten. Die Zahl toter Bäume nimmt zu und das Wachstum stagniert. Im Westen sterben teilweise schon ganze Bestände geschlossen ab. Sie sehen dies als Indiz dafür, dass sich die Wälder nicht schnell genug an die klimabedingten Veränderungen anpassen können.
Das der Klimawandel gerade an den Wäldern nicht spurlos vorbeigeht, weiß man schon seit längerem. So zeigen Studien, dass vor allem alte Baumriesen am meisten unter der Trockenheit leiden. Zudem hat sich in vielen Regionen, darunter dem Westen der USA, aber auch im Mittelmeerraum, die Waldbrandsaison verlängert und es brennt häufiger.
James Clark von der Duke University und seine Kollegen haben nun erstmals umfassend untersucht, wie sich der Klimawandel auf die Wälder der USA auswirkt. Für diese Bestandsaufnahme werteten sie Daten sowohl von lokalen Erhebungen aus als auch von übergreifenden Studien der letzten Jahre. „Die meiste Waldforschung passiert auf lokaler Ebene, indem die Bäume einzeln begutachtet werden – aber dabei droht man den Wald vor lauter Bäumen aus den Augen zu verlieren“, so die Forscher.
Veränderungen schon überall
Das Ergebnis der Metastudie ist erschreckend: Entgegen bisherigen Annahmen sind nicht nur die Wälder im Westen der USA bereits angegriffen, auch in allen anderen Regionen des Landes hat der Klimawandel die Waldgebiete schon verändert. „Alle US-Wälder erfahren bereits Veränderungen und ihr Zustand droht sich aufgrund zunehmender Trockenheit zu verschlechtern“, sagt Clark.