Gepimpte Edelsteine: Forscher haben ein ungewöhnliches Rezept entdeckt, um Rubine minderer Qualität aufzuwerten: Einfach die Edelsteine kurz in die Mikrowelle legen und schon erstrahlen sie in neuem Glanz. Analysen zeigen, dass das schnelle Erhitzen die Kristallstruktur der Rubine optimiert und ihre Lichtabsorption verbessert. Als Folge verwandeln sich schmutzig-bräunliche Exemplare in hellrote glänzende.
Rubine sind wegen ihrer rötlich schimmernden Farbe begehrte Edelsteine, werden aber auch für Laser und Sensoren genutzt. Rein geologisch sind diese Kristalle nichts Anderes als „verschmutzter“ Korund: ein Aluminiumoxid (Al2O3), in dessen Kristallgitter Chromatome eingelagert sind. Wie Geologen vor einigen Jahren herausfanden, bilden sich Rubine nur dort, wo zwei kontinentale Erdplatten miteinander kollidieren, beispielsweise im Himalayagebiet. Unter hohem Druck entsteht dort in zehn bis 40 Kilometern Tiefe der rote Korund.
Stumpf-braun statt leuchtend rot
Selten aber sind Rubine so farbrein und leuchtend rot, wie es die Schmuckhersteller gerne hätten. Oft haben sie bläuliche Stellen oder sind nur sehr dunkelrot. Doch es gibt Abhilfe: Behandelt man die Edelsteine mit Lasern, bestimmten Chemikalien oder starker Hitze, dann verändert dies die Elektronenanordnung in ihrem Gitter und damit auch die Lichtabsorption.
Eine ganz neue Methode, um Rubine zu neuem Strahlen zu bringen, haben nun Subhashree Swain vom indischen Institut für Mineralien und Materialforschung und ihre Kollegen entdeckt: Mikrowellen. Für ihre Studie nutzten sie mehrere Rubine, die in Sinapali im Nordosten Indiens gefunden wurden. Die zwischen fünf und elf Millimeter kleinen Edelstein-Bröckchen hatten eine rötlich-schwarze Farbe und galten daher als mindere Qualität.