Gute Nachrichten für Parodontose-Geplagte: Womöglich könnte es bald eine neue Therapie für die bakterielle Infektion des Zahnbetts geben. Forscher haben einen Wirkstoff gefunden, der ein Immunprotein hemmt und dadurch die Entzündung verhindert. Im Tierversuch besserte sich die Parodontose schon nach wenigen Wochen Behandlung deutlich, wie die Forscher berichten. Sie wollen den Ansatz nun bald in ersten Studien auch am Menschen testen.
Parodontitis ist eine Volkskrankheit. Mehr als die Hälfte der Erwachsenen in Deutschland leidet daran – und schon die Eismumie Ötzi quälte diese Entzündung. Verursacht wird die im Volksmund auch als Parodontose bezeichnete Krankheit von Bakterien. Diese siedeln sich auf dem Zahnbelag an und bilden dort feste Ablagerungen, sogenannten Plaque, der sich vor allem am Zahnfleischrand und in den Zahnzwischenräumen festsetzt.
Zu den ersten Symptomen einer Parodontitis zählt oft Zahnfleischbluten. Greift die Infektion auf den Kieferknochen über, bildet sich dieser zurück – im Extremfall so weit, dass die Zähne locker werden. Zudem kann die Entzündung auch auf den Rest des Körpers übergehen und zum Beispiel Arteriosklerose oder Arthritis auslösen. Eine schnelle und effektive Behandlung ist deshalb besonders wichtig. Neben der üblichen Therapie, bei der der Arzt unter anderem die schädlichen Ablagerungen entfernt, gibt es bislang jedoch kaum alternative Behandlungsmöglichkeiten.
Wissenschaftler um Tomoki Maekawa von der University of Pennsylvania haben nun einen neuen Therapieansatz getestet, der in das Immunsystem der Parodontose-Patienten eingreift. Frühere Studien hatten bereits gezeigt, dass ein bestimmter Bestandteil der körpereigenen Abwehr ein geeigneter Angriffspunkt sein könnte, um die Symptome einer chronischen Entzündung zu mindern.