Steinzeitversion des Twitter-Vogels: In Frankreich haben Archäologen ein 35.000 Jahre altes Vogelrelief entdeckt, das in gleich mehrerer Hinsicht außergewöhnlich ist. So ist das Vogelbild für damalige Zeit ungewöhnlich naturalistisch und erlaubt sogar Rückschlüsse auf die Vogelart. Zum anderen ist die Machart als eingesenktes Relief für die Altsteinzeit extrem unüblich, wie die Forscher berichten. Auch der Fund auf einem Abfallstück der Faustkeil-Produktion sei einzigartig.
Schon unsere steinzeitlichen Vorfahren nutzten Bilder, um ihre Gefühle, Gedanken oder ihren Glauben auszudrücken. Davon zeugen unter anderem die Höhlenmalereien in der Grotte von Chauvet, die älteste bekannte Felszeichnung in der Höhle von Abri Castanet oder Handabdrücke auf der Insel Sulawesi.
„Einzigartiges Kunstwerk“
Ein sehr ungewöhnliches Beispiel für die frühe Kunst des Homo sapiens haben Iluminada Ortega vom archäologischen Forschungszentrum in Campagne und seine Kollegen nun im Vorfeld von Straßenbauarbeiten in der Dordogne entdeckt. In einer Einsturzsenke mit Relikten einer steinzeitlichen Werkstatt stießen sie auf ein Kalksteinstück, auf dem ein kleines Relief eines Vogels zu sehen war.
Den Datierungen nach stammt dieses Kunstwerk aus der Zeit vor rund 35.000 Jahren und gehört damit zum Aurignacien, der Kultur der ersten Vertreter des Homo sapiens, die Europa besiedelten. Ungewöhnlich daran: Aus dieser Zeit wurde zuvor noch nie eine Tierdarstellung auf einem losen Steinstück gefunden. „Der Vogel von Cantalouette II ist das erste Beispiel von tragbarer, figurativer Kunst, die in Frankreich entdeckt worden ist“, so die Forscher. Er sei bisher einzigartig.