Ob uns die Musik bei einem Konzert emotional berührt, hängt nicht nur vom Stück und den Interpreten ab: Auch die Form des Konzertsaals spielt eine überraschend große Rolle, wie ein Experiment belegt. Das gleiche Musikstück kann demnach in einem klassischen „Schuhkarton“-Saal mehr Gefühle wecken als in moderne Architektur – selbst wenn die Zuhörer nur den Raumklang hören, ohne im Saal selbst zu sein.
Musik hat die Macht, bei uns Menschen große Gefühle zu wecken. Kein Wunder daher, dass sogar schon ungeborene Kinder auf Musik reagieren und unser Musikgeschmack verraten kann, wie empathisch wir sind. Sogar unsere Genaktivität verändert sich beim Hören klassischer Musik, wie kürzlich eine Studie belegte.
Aber was bestimmt, neben Musiktyp und Art der Interpretation, ob ein Musikstück Emotionen weckt oder nicht? Welche Rolle der Konzertsaal spielt, haben nun Jukka Pätynen und Tapio Lokki von der Aalto Universität in Finnland näher untersucht. Bereits 2014 hatten sie in einer Vergleichsstudie herausgefunden, dass die Form des Saals beeinflusst, wie gut die Dynamik und der räumliche Klang eines Orchesters beim Zuhörer ankommen.
Beethovens Siebte im Test
Welche emotionale Wirkung dies hat, haben die Forscher nun in einer Folgestudie untersucht. Dafür spielten sie einen Ausschnitt der 7. Symphonie von Beethoven über Lautsprecher auf der Bühne von in sechs europäischen Konzertsälen ab, darunter der Berliner Philharmonie, und dem Konzerthaus, dem Wiener Musikverein, dem Amsterdam Concertgebouw, der Kölner Philharmonie und dem Musikzentrum Helsinki.