Forscher haben eine Mikrobe entdeckt, die sich offenbar von Silizium ernährt und dabei die in unseren Halbleitern und Computerchips verwendete Form des Elements bevorzugt. Ist ein technisches Gerät oder Computer befallen, kann dies seine Funktionsfähigkeit beeinträchtigen oder ihn sogar zerstören. Noch ist nicht klar, woher das „Primus aprilus“ getaufte Bakterium so plötzlich kam, es könnte sich aber rasant ausbreiten, warnen die Wissenschaftler.
Bakterien sind extrem anpassungsfähig: Sie überleben unter dem Druck und den hohen Temperaturen der tiefen Biosphäre unter dem Meeresboden, in kilometertiefem Granit, aber auch in der eisigen Kälte der Antarktis oder dem giftigen Gas vulkanischer Schlote. Auch ihre Ernährungsweise ist entsprechend vielseitig. So haben Forscher Mikroben entdeckt, die hochgiftige Chromverbindungen abbauen, andere fressen Seltenerdmetalle oder zehren von Methangas.
Zufallsfund im Labor
Eine neue Variante solcher Extremophilen haben Forscher nun in den USA entdeckt. Das Bakterium Primus aprilus scheint seine Energie aus der Verarbeitung von Silizium zu gewinnen, wie Laborversuche ergaben. Es bevorzugt dieses Element dabei in der von uns Menschen bereits vorbehandelten und gereinigten Form, wie sie in Silizium-Halbleitern von Computerchips oder Solarzellen vorkommt.
Entdeckt haben die Wissenschaftler dies eher durch Zufall: Sie hatten im Labor Proben eines Eisbohrkerns aus der Antarktis untersucht und dabei im Eis eingefrorene Mikroben entdeckt. Diese übertrugen sie auf ein Nährmedium, um sie zu kultivieren und genauer untersuchen zu können. Auf dem normalen Nährmedium gediehen die Bakterien jedoch kaum.