Weitreichender Einfluss: Eine fruchtzuckerhaltige Ernährung könnte unser Erbgut verändern, wie ein Versuch mit Ratten zeigt. Demnach verändert Fructose Anlagerungen an der DNA von Gehirnzellen. Diese beeinflussen, welche Gene abgelesen werden – und können so das Erinnerungsvermögen beeinträchtigen, sowie die Entstehung von Krankheiten wie Parkinson oder Depressionen fördern.
Alle unsere Zellen tragen das gleiche Erbgut. Doch je nach Gewebe und Zelltyp ist jeweils ein anderer Teil davon aktiv und wird abgelesen. Reguliert wird dieser zweite Code des Lebens über das sogenannte Epigenom – molekulare Veränderungen an der DNA, die wie ein Schalter das Ablesen der genetischen Informationen an bestimmten Stellen verhindern können. Zellen steuern so unter anderem, wann sie welche Proteine produzieren.
Umwelteinflüsse können diese epigenetische Programmierung beeinflussen. Studien belegen zum Beispiel, dass Sport blockierende Anlagerungen an der DNA von Muskelzellen löst – und dadurch mehr Gene abgelesen werden können als vorher. Auch unsere Ernährungsweise kann sich wahrscheinlich auf das Epigenom auswirken. Welchen Einfluss eine fruchtzuckerreiche Ernährung in diesem Zusammenhang hat, haben nun Wissenschaftler um Qingying Meng von der University of California in Los Angeles untersucht – und deutliche Effekte festgestellt.
Zuckerdrinks für Ratten
Für ihre Studie analysierten die Forscher, wie sich der Fruchtzucker auf das Erinnerungsvermögen von Ratten auswirkt. Dazu trainierten sie die Tiere zunächst darin, ein Labyrinth zielsicher zu durchlaufen und teilten sie anschließend nach dem Zufallsprinzip in unterschiedliche Gruppen ein. Sechs Wochen lang bekam nun eine Gruppe jeden Tag Fructose-haltiges Wasser eingeflößt und nahm dabei verhältnismäßig etwa so viel Fruchtzucker auf, wie ein Mensch, der einen Liter Limonade trinkt. Eine zweite Gruppe trank zum Vergleich täglich die gleiche Menge an Wasser ohne Fruchtzucker.