Zehn Jahre älter: Der altersbedingte Abbau des Gehirns schreitet bei übergewichtigen Menschen offenbar schneller voran, wie eine britische Studie nahelegt. Demnach baut die weiße Materie des Gehirns bei Übergewichtigen früher ab als bei schlankeren Menschen. Ihr Gehirn ist dadurch in dieser Hinsicht rund zehn Jahre älter als bei normalgewichtigen Altersgenossen. Warum, bleibt bisher unklar.
Die Anatomie unsers Gehirns ist individuell verschieden und wird von Lebensumständen, Umwelteinflüssen aber auch von den Genen bestimmt. Bekannt ist beispielsweise, dass das Gehirn mit dem Alter schrumpft und die geistigen Leistungen sinken – aber auch, dass sich dieser Abbau durch Bildung, bestimmte Formen des Hirnjoggings sowie durch Yoga und Meditation verringern lässt.
Einen Faktor, der die Alterung des Gehirns dagegen zu beschleunigen scheint, haben nun Lisa Ronan von der University of Cambridge und ihre Kollegen identifiziert. Für ihre Studie hatten sie die Gesundheitsdaten von 473 Menschen im Alter zwischen 20 und 87 ausgewertet. Zusätzlich analysierten sie die mittels Hirnscan ermittelte Anatomie und das Volumen ihres Gehirns.
Zehn Jahre älter
Dabei zeigten sich auffällige Unterschiede in der Dicke der weißen Hirnmaterie – dem Teil des Denkorgans, der durch die Nervenleitungen und Verknüpfungen der Gehirnzellen und Areale untereinander gebildet wird. Bei stark übergewichtigen Teilnehmern im mittleren Alter und älter, war die weiße Materie deutlich stärker geschrumpft als bei schlankeren Altersgenossen, wie die Forscher berichten.