Schlaflose Nächte, krankes Herz? Wer im Job lange Schichten arbeiten muss, könnte seinem Herzen schaden. Das legt nun zumindest eine Studie nahe: Demnach hatten Ärzte nach einer 24 Stunden-Schicht unter anderem deutlich höheren Blutdruck und eine höhere Herzschlagfrequenz als im ausgeschlafenen Zustand vor Dienstantritt. Langfristig können solche Symptome zu gefährlichen Folgeerkrankungen führen.
Bekommen wir zu wenig Schlaf, spüren wir dies ziemlich schnell: Wir fühlen uns abgeschlagen, sind ungewöhnlich leicht reizbar und können uns kaum konzentrieren. Denn ohne Schlaf fehlt dem Gehirn eine wichtige Aufräum-Phase, während der es das tagsüber Aufgenommene verarbeitet. Eine schlaflose Nacht fördert deshalb falsche Erinnerungen und kann sogar Hirnzellen zerstören.
Doch nicht nur unsere kognitiven Fähigkeiten leiden darunter: Gerät unser Schlafrhythmus aus dem Takt, steigt zudem das Risiko, an Depressionen zu erkranken und fettleibig zu werden. Wissenschaftler um Daniel Kuetting von der Universität Bonn haben darüber hinaus nun erstmals Hinweise darauf gefunden, dass Schlafmangel auch dem Herzen schaden könnte.
Radiologen im Dauereinsatz
Für ihre Studie untersuchten die Forscher 20 gesunde Radiologen, die für ihren Dienst im Krankenhaus 24 Stunden-Schichten arbeiten müssen und währenddessen durchschnittlich drei Stunden Schlaf bekommen. Vor und nach einer solchen Schicht testeten die Wissenschaftler die Herzfunktion der Probanden. Außerdem nahmen sie Blut- und Urinproben.