Klangwunder im Test: Holzanalysen der berühmten Stradivari-Geigen haben neue Geheimnisse des genialen Instrumentenbauers gelüftet. Demnach unterzog Stradivari das Holz seiner Violinen und Cellos einer ungewöhnlichen und möglicherweise geheimen mineralischen Vorbehandlung. Aber auch das jahrhundertelange Musizieren und das Alter haben dem Holz der Geigen eine ganz besondere Struktur verliehen.
Der italienische Geigenbauer Antonio Stradivari schuf Violinen, deren Klang seit rund 300 Jahren unterreicht und einzigartig ist. Warum, darüber rätseln Instrumentenbauer und Forscher schon seit Jahrzehnten. Einige schreiben den typischen Klang einer besonderen Lackierung zu, andere sehen das Geheimnis in der Form der Schalllöcher oder einem besonders dichten, langsam gewachsenen Holz. Auch ein Pilzbefall des Holzes könnte für die Klangeigenschaften eine Rolle spielen.
Stradivari-Holz im Test
„Dennoch bleibt es ein großes Geheimnis, warum es bis heute nicht gelungen ist, Instrumente zu konstruieren, die diesen Antiquitäten gleichwertig sind – und das trotz der großen technischen Fortschritte“, sagen Hwan-Ching Tai von der Nationalen Universität Taiwan und seine Kollegen. Bis heute ist zudem heiß umstritten, ob es tatsächlich grundlegende Unterschiede zwischen Stradivaris und modernen Geigen gibt.
Um mehr Klarheit zu schaffen, haben die Forscher Holzproben von drei Stradivari-Geigen, einem Stradivari-Cello und einer Violine von Guiseppe Guarneri mit fünf verschiedenen chemischen Analysemethoden untersucht. Die Ergebnisse verglichen sie mit Holzproben moderner Violinen und Ahornhölzer.